Erfolgreicher Auftakt für den ersten Netzwerkanlass der Initiative Frühe Bildung im Kanton Solothurn

10.06.2026

Am 28. Mai 2026 fand in der Aula des BBZ Solothurn der erste Info- und Netzwerkanlass der Initiative Frühe Bildung im Kanton Solothurn (IFBSO) statt. Rund 80 Fachpersonen, Behördenvertretende sowie weitere Interessierte nahmen am Anlass teil, um mehr über den Einfluss der Bildschirmnutzung bei Kindern unter vier Jahren zu erfahren und Einblicke in die Ergebnisse der kantonalen Umfrage zu erhalten.

Zum Auftakt begrüsste Burkhard Behr die Anwesenden und stellte die Ziele der Initiative Frühe Bildung im Kanton Solothurn vor. Die Initiative verfolgt das Ziel, Informationen, Angebote und Akteure im Bereich der frühen Kindheit besser zu vernetzen und aktuelle Themen sichtbar zu machen.

Im Zentrum des Abends stand das spannende Impulsreferat von Dr. Eva Unternaehrer von der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Forschungsabteilung der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel zum Thema «Bildschirmnutzung bei Kindern unter 4 Jahren». Dabei zeigte sie auf, dass die Frage heute nicht mehr lautet, ob Kinder mit digitalen Medien in Kontakt kommen, sondern wie dieser Kontakt gestaltet wird. Besonders eindrücklich war die Erkenntnis, dass die Begleitung durch Erwachsene entscheidend ist: Nicht der Bildschirm allein, sondern die Art der Nutzung und die gemeinsame Auseinandersetzung mit den Inhalten beeinflussen die Entwicklung von Kindern. Zudem wies Dr. Unternaehrer darauf hin, dass Bildschirmmedien insbesondere bei sehr jungen Kindern wertvolle Zeit für Schlaf, Bewegung, Sprachentwicklung und soziale Interaktionen verdrängen können.

Anschliessend präsentierte André Naef die Ergebnisse einer kantonalen Online-Umfrage zur Bildschirmnutzung bei Kindern unter vier Jahren. Insgesamt nahmen 394 Haushalte aus dem Kanton Solothurn an der Befragung teil. Die Resultate zeigen, dass digitale Medien längst Teil des Familienalltags geworden sind: 96 Prozent der befragten Haushalte verfügen über ein Smartphone. Gleichzeitig ergab die Umfrage aber auch erfreuliche Befunde. Die Nutzung digitaler Medien erfolgt überwiegend in Begleitung von Erwachsenen, während unbegleitete Nutzung bei Kleinkindern vergleichsweise selten vorkommt. Zudem gaben drei Viertel der Eltern an, die konsumierten Inhalte ihrer Kinder zu kennen und bewusst auszuwählen.

In einem gemeinsamen Gespräch ordneten Dr. Eva Unternaehrer und André Naef die Solothurner Ergebnisse ein. Dabei wurde deutlich, dass viele Eltern bereits ein hohes Bewusstsein für Chancen und Risiken digitaler Medien entwickelt haben. Gleichzeitig besteht weiterhin ein grosser Bedarf an Information, Orientierung und Austausch zu diesem Thema.

Beim anschliessenden Apéro nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, die diskutierten Themen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Die grosse Beteiligung und das positive Echo der Anwesenden zeigen, dass der Bedarf nach Vernetzung und fachlichem Austausch im Bereich der frühen Bildung im Kanton Solothurn gross ist.

Weitere Informationen zur Initiative Frühe Bildung im Kanton Solothurn finden Sie unter:
www.fruehebildung-so.ch.

 
 

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